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26.07.2010

PM 076/2010 CDU-Fraktion setzt verstärkt auf die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung – Jedes Kind braucht eine passgenaue Lösung

Fraktionsvorsitzender Peter Hauk MdL und der Experte für Bildungspolitik der CDU-Landtagsfraktion Andreas Hoffmann MdL: „Baden-Württemberg ist bundesweit Vorreiter bei der Inklusion“

„Baden-Württemberg ist bestens auf die gemeinsame Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Schülerinnen und Schülern an den allgemeinbildenden Schulen des Landes vorbereitet. Schon heute werden 29 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Land (bundesweit: 16 Prozent) unterrichtet“, erklärten der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk MdL, und Andreas Hoffmann MdL, am Montag (26. Juli) in Stuttgart.

„Der CDU-Landtagsfraktion ist die rasche Umsetzung der UN-Konvention ein sehr wichtiges Anliegen. Deshalb unterstützen wir nachdrücklich den nun vorliegenden Zeitplan der Landesregierung, dass bereits zum Schuljahr 2010/11 die gemeinsame Beschulung ausgebaut und zugleich passgenaue Lösungen für jedes Kind entwickelt werden“, so Hauk und Hoffmann weiter. „Mit der Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Einrichtungen zu Bildungs- und Beratungszentren schaffen wir dazu eine wesentliche Voraussetzung. Der zentrale Punkt ist, dass die Eltern eines behinderten Kindes ein sogenanntes ‚qualifiziertes Elternwahlrecht‘ erhalten. Sie treffen die grundsätzliche Entscheidung zum Ort der Beschulung; lediglich in wenigen begründeten Ausnahmefällen kann davon abgewichen werden“, erläutert der Fraktionsvorsitzende.

„In dieser Diskussion muss man aber auch stets im Auge behalten, dass es höchstunterschiedliche Arten der Behinderung oder Einschränkungen gibt, unter denen die Kinder und Jugendlichen leiden. Darunter sind auch schwerstkranke Kinder mit permanentem Bedarf an medizinischer Tagesbetreuung. Es reicht daher nicht einfach aus ‚die inklusive Beschulung‘ zu fordern. Eine von uns gemachte verantwortliche Politik muss deshalb stets diese vielfältigen Möglichkeiten im Auge behalten, die sehr oft vielfältigen und individuellen Lösungen bedarf. Für mich gilt daher: Es muss für jedes einzelne Kind eine passende Lösung gefunden werden“, erläuterten Peter Hauk Andreas Hoffmann.

„Für mich ist eine weitere wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung inklusiven Unterrichts, dass die Lehrkräfte umfassend auf diese Situation vorbereitet sind. Daran arbeiten wir. Ebenso müssen künftige Lehrer bereits in ihrer Ausbildung auf diese veränderte Anforderung vorbereitet werden“, so Hauk weiter.

„Baden-Württemberg nimmt bundesweit bei der gemeinsamen Unterrichtung von behinderten und nichtbehinderten Kinder und Jugendlichen an allgemeinen Schulen eine Vorreiterrolle ein. Im Gegensatz zu anderen Ländern soll aber nicht nur eine rasche Umsetzung erfolgen – es gilt auch auf die Qualität zum Wohl der behinderten Kinder zu achten“, so Hauk und Hoffmann.

Hintergrund

In fünf „Schwerpunkt-Schulämtern“ (Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Konstanz und Biberach) werden zum Schuljahr 2010/11 die Schulbezirke aufgelöst und praktische Erfahrungen zur Umsetzung einer wohnortnahen Einrichtung inklusiver Bildungsgänge an Regelschulen gesammelt. Dabei wird der Blick insbesondere auf die zu regelnden Fragen der Schnittstellen zu Eingliederungs- und zur Jugendhilfe (Zuständigkeit der Kreise) ge-richtet.  In allen anderen Schulamtsbezirken besteht auch heute bereits die grundsätzliche Möglichkeit einer inklusiven Beschulung.

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